Der Arzt als Fußabtreter der Nation
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Große General-Abrechnung
von AW5I34DA1YEY0Dem Buch merkt man die Verbitterung des Autors in jeder Zeile an. Sachlich hat Herr Kerner damit, soweit ich das als Nicht-Mediziner beurteilen kann, vollkommen Recht, nur leider leidet unter seinem Frust auch etwas der Schreibstil. Insbesondere die zahllosen Wiederholungen hätte man durchaus straffen können. Ansonsten erfährt man hier, wie es um die medizinische Versorgung in der Ex-DDR heute und bei uns im Westen in naher Zukunft steht, nämlich grauenhaft.
Was in der DDR anscheinend selbstverständlich war, daß nämlich Minister solide Fachkompetenz haben mußten, das vermissen wir (oder zumindest ich) hier im Westen schon lange. Es heißt dann, dafür haben sie ja Berater, aber das ist Quatsch. Wer entscheidet und verantwortet, der muß auch Bescheid wissen. Ein Staat ist so verdammt schnell heruntergewirtschaftet. Von daher ist dieses aufrüttelnde Buch durchaus lesenswert.
Ein ausgezeichnetes Sachbuch für Ärzte u. Politiker
von A3T40PJNJROXAIDas kleine Büchlein von Dr.Uwe K e r n e r bietet einen ausgezeichneten kritischen Blick auf die Verhältnisse im deutschen Gesundheitswesen. Der Autor vergleicht die gegebenen Verhältnisse mit denen in der ehemaligen DDR und stellt gravierende Mängel am derzeitigen Gesundheitssystem fest.
Ein sehr interessantes Buch für Ärzte, Politiker(falls sie noch lesen können!) u. Journalisten , aber auch ein Buch, was die Kenntnis und das Vorstellungsvermögen von Patienten und einfachen Lesern überschreiten dürfte.
Titel und Diagnose teilweise verfehlt, Therapie unhaltbar!
von A1M9V7D1ZKJOXPUnter dem Titel "Der Arzt, Fußabtreter der Nation" wird einem ein Buch suggeriert, dass sich zumindest weit überwiegend allein mit der Stellung des Arztes im Gesundheitswesen beschäftigt. Dies ist leider nicht der Fall. Vielmehr handelt es sich um eine Art Sammelsurium von Frust über unser gesamtes Staatswesen, das Herr Facharztkollege Kerner zusammenträgt. Eine ganze Reihe davon ist wohl absolut richtig; denn in unserem Land ist derzeit ohne Zweifel viel zu viel im Argen, und leider immer noch ohne größere Aussicht auf Besserung! Nur geht vieles weit über die durch den Titel assoziierte Thematik hinaus und überfordert Buch und Autor.
Darüberhinaus stimmen eine ganze Reihe von Argumenten, Ursachen und Wirkungen, die Gegenwarts-Misere betreffend, nicht und entstammen einem doch sehr einseitigen Blickwinkel. So verkennt z.B. Herr Kerner u.a., dass ein Teil auch der Missstände im Gesundheitswesen keinesfalls "kapitalistischen" Ursprungs, sondern vielmehr Folge eines in diesem Sektor schon längst real existierenden, untauglichen Sozialismus mit dem bekannten überbordenden Begleit-Bürokratismus sind. Ganz daneben sind u.a. auch deshalb die meisten seiner "therapeutischen" Schlussfolgerungen: Er unterstützt z.B. planwirtschaftliche Gesundheitsmodelle einer alten DDR, die zwar zumindest theoretisch eine bessere Verteilung mit sich brächten, aber, ganz im Gegensatz zu Kerners Annahme, auch auf deutlich geringerem Niveau angesiedelt blieben, und in der Praxis keineswegs so funktionieren, wie sie fast nostalgich dargestellt werden. Seine Therapievorschläge sind nach meinem Dafürhalten schlichtweg unbrauchbar. Er redet zwar (im maßgeblichen Zusammenhang negativ) über Marktwirtschaft, scheint mir aber von den eigentlichen Prinzipien derselben, insbesondere von der Erhardt'schen "Sozialen Marktwirtschaft" genausowenig Ahnung zu haben, wie, so meine Meinung, unsere derzeitige Regierung unter Kanzler Schröder. Dann aber deren Prinzipien und Möglichkeiten einfach kategorisch als falsch einzustufen, obwohl sie wohl die einzig vernünftigen Grundlagen und Chancen besäße und böte, unser Gesundheitswesen wie das ganze Land aus dem heutigen Schlammassel zu führen, halte ich für einen groben Missgriff und folglich absolut untauglich. Damit kann ich dem Buch auch nicht mehr als 2 Punkte als "Lohn" für manche "diagnostische" Qualitäten und Recherchen geben.